Schröpfgläser

Schröpfen ist ein naturheilkundliches ausleitendes Therapieverfahren, dessen Ziel es ist, schädliche Stoffe oder krank machende Substanzen aus dem Körper zu entfernen. Das Schröpfen fördert die lokale Durchblutung, den Lymphfluss und den Stoffwechsel im therapierten Hautbereich. Die Methode lockert in der betreffenden Region Verspannungen und Verhärtungen und kann auch Schmerzen lindern.

Das Schröpfen wird mittels Schröpfgläser durchgeführt, in denen ein Unterdruck erzeugt wird, nachdem sie auf die Haut aufgesetzt worden sind. Dies erfolgt entweder durch Erhitzen oder Absaugen der Luft im Inneren der Schröpfgläser. Dabei wird in modernen Schröpfgläsern, auch Schröpfköpfe genannt, ein Unterdruck mittels Vakuumpunpe erzeugt.

Schröpfgläser sind kleine, kugelförmige Glasgefäße, häufig mundgeblasen, mit einem Durchmesser von 3 bis 8 cm. Sie werden auf Hautstellen angesetzt und können auch über die Haut geschoben. Sie verbleiben auf der Haut, bis sie abfallen, maximal jedoch 30 Minuten.

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten den Unterdruck im Schröpfglas zu erreichen. Einerseits kann der Unterdruck durch die Erhitzung der Luft im Inneren des Schröpfglases erzeugt werden. Dies erfolgt beispielsweise durch das Erhitzen eines in Äther getauchten Wattebauschs, der angezündet wird.

Eine andere Methode verwendet zum Erhitzen eine offene Flamme, die kurz in die Glasöffnung gehalten wird. Kühlt die Luft in den Schröpfgläsern auf der Haut wieder ab, wird durch den Unterdruck die Haut an gesogen. Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas zum Beispiel mit einem Saugball aus Gummi oder mit elektrischer Pumpe erzeugt werden.

Durch das Vakuum erwei­­tern sich die Gefäße, und die Durchblutung wird angeregt.

Ziel des Schröpfens

Ziel des Schröpfens ist die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken oder zu reaktivieren. Das Schröpfen wird häufig mit weiteren komplementär medizinischen Methoden wie etwa die Spagyrik oder Homöopathie kombiniert.

SchröpfglaserSchröpfen wird bei zahlreichen Erkrankungen angewendet, beispielsweise bei Migräne, Rheuma, Mandelentzündungen oder Lungenerkrankungen. Viele Patienten empfinden die Behandlung als wohltuend, weil sich Muskelverspannungen lösen, spüren sie bei Schmerzen, Müdigkeit oder Stress Erleichterung. Auch bei Er­käl­tungen mit Husten, bei Menstrua­tions­­beschwerden und Rückenproblemen kann Schröpfen hilfreich sein.

Neben dem trockenen Schröpfen gibt es das blutige Schröpfen. Dabei werden die Schröpfgläser auf die zuvor eingeritzte Haut gesetzt. Der Unterdruck zieht Blut aus den kleinen Schnittwunden. Diese Form des Schröpfens, als stark ausleitendes Verfahren, wird speziell bei akuten Schmerzen eingesetzt.

Schröpf Massagen

Bei Schröpf Massagen werden die Schröpfgläser über eingeölte Hautpartien bewegt. Das soll einen stärkeren Effekt haben, als eine gewöhnliche Massage.

Schröpfen gilt als günstige Therapie, die sehr erfolgreich in ihrer Anwendung ist und wird auch von vielen Schulmedizinern als Therapieform in in Deutschland eingesetzt. Wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit der Schröpftherapie gibt es nicht. Die Behandlung mit den Schröpfgläser wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.
Schröpfen ist nicht geeignet für Patienten, die Blutverdünner einnehmen oder anfällig für Blutungen sind.